Auf die Benediktenwand, Start in Pessenbach
Mai 15, 2008 von Petra
Am Wochenende haben wir eine schöne Tour auf die Benediktenwand gemacht. Dieser Weg ist auch im Frühsommer und trotz Schnee schon sehr zu empfehlen. Evtl. sollte man einen anderen Rückweg wählen.
Aufstieg von Pessenbach (650m), Benediktenwand (1800m) Abstieg über Tutzinger Hütte und Lainbachtal (Wildbachlehrpfad). Gehzeit insgesamt 7,5 Stunden (mit kleinen Pausen und einer kurzen Einkehr auf der Tutzinger Hütte). Höhenmeter: ↑ 1150
Wir sind mit dem Auto nach Pessenbach (das liegt an der B11 zwischen Benediktbeuern und Kochel) gefahren. Dort gibt es an einer Bushaltestelle einen kleinen Wanderparkplatz. Leider ist dieser auch um 10.00 Uhr morgens schon recht voll, da wir -wie immer- die letzten sind. Früh aufstehen ist halt nicht so unser Ding [obwohl wir diese Uhrzeit für sehr früh halten
]. Aber da wir ein sehr kleines Auto haben, finden wir noch eine Lücke.
Nach Überquerung der Straße folgt man zunächst einem Fahrweg bis ein Wanderweg links in den Wald abbiegt, Schild Rabenkopf. Der Weg schlängelt sich durch den Orterer Wald, was bei den Temperaturen am Pfingstmontag ganz angenehm war, denn wie heisst es so schön: “der Weg gewinnt schnell an Höhe”. Im Ganzen ist die Beschilderung recht ordentlich, es gibt zwar einige merkwürdige und schilderlose Abzweigungen, aber verlaufen kann man sich nicht wirklich, denn unsere Richtung war ja klar: Nach oben!
An der Orterer Alm angekommen sind wir etwas überrascht, denn diese ist entgegen aller anders lautender Aussagen tatsächlich bewirtschaftet. Es hatten sich auch einige Mountainbiker eingefunden, die anscheinend über den Forstweg hierher gekommen waren. Für diese ist nun aber Endstation, da es jetzt über einen reinen Wanderweg, steil die Wiese hoch zu einem Sattel geht. Von dort hat man eine herrliche Aussicht ins Karwendel und zurück in die Ebene. [Leider haben wir unsere Kamera vergessen, aber ich lade später einige Photos, die ich mit meinem Handy gemacht habe, hoch.]
Von nun an nehmen wir den Weg 451 in Richtung Benediktenwand, wir folgen einem Pfad, der -sehr angenehm- entlang der Höhenlinie verläuft und über weichen Waldboden, wunderbar zu gehen ist. Nur leider kommen wir plötzlich in ein Gebiet, in dem Baumfällarbeiten die Landschaft verschandeln. Die Arbeiter haben sich mehrere Schneisen durch den Wald gefräst, Bäume liegen kreuz und quer und unser Weg ist zerstört. Leider sind damit auch alle Markierungen verschwunden. Mam muss sich zwischen zwei Wegen, die es auf der Karte nicht gibt, entscheiden. Wir nehmen den oberen Weg und müssen bald feststellen, daß dieses der falsche ist. Der Weg endet mitten im Wald. Da wir den zweiten Weg eine ganze Weile parallel unter uns gesehen haben, entscheiden wir uns querfeldein hinabzusteigen, bis wir wieder auf diesen treffen. Zum Glück funktioniert unser Plan reibungslos. Unten angekommen entdecken wir dann auch die eine oder andere Markierung, allerdings liegen die Bäume immer noch im Weg herum. Am Abzweig zur Jachenau sind wir endgültig sicher, daß wir richtig sind, denn hier finden sich wieder einige Schilder und die Baumfällarbeiten sind vorbei. Wir machen uns also an den Anstieg zur Glaswandscharte. Achtung: Steinschlag.
Auf der Glaswandscharte angekommen, stehen wir dann im Schnee. Bis hierher war der Weg weitgehend schneefrei und wunderbar zu gehen, aber nun bahnen wir uns unseren Weg durch den Schnee. Grödln sind
nicht nötig, da der Schnee sehr weich ist und da wir aber bei weitem nicht die ersten sind, ist es kein Problem den anderen Spuren zu folgen. So stapfen wir also bis zum Gipfelkreuz der Benediktenwand.
Zurück “gehen” wir zunächst dem gleichen Weg, den wir gekommen sind, bis wir den Abzweig zur Tutzinger Hütte wiederfinden. Hier folgen wir den Spuren und freuen uns auf ein Kaltgetränk auf der Terrasse der Hütte. Gehen kann man das allerdings nicht nennen, was wir machen; es ist eher eine Art Skifahren auf Wanderschuhen. Es macht aber sehr viel Spass und wir haben das Gefühl das wir recht schnell vorankommen.
Nach einer kleinen Stärkung nehmen wir den Weg entlang der Materialseilbahn nach unten und entscheiden uns, auf Grund einer Empfehlung eines Einheimischen, für den Weg entlang des Wildbaches. Das war ein Fehler. Von nun an gehen wir auf einer langweiligen Forststraße, später dann enlang des sog. Wildbaches, der nichts mehr mit einem Wildbach gemein hat, und sind froh als wir endlich am Wanderparkplatz ankommen. Von hier folgt man dem Weg über das Alpenwarmbad und den Pfisterberg zurück nach Pessenberg. (Wer möchte kann auch ab Ried den Bus zurück nach Pessenberg nehmen, Achtung vor allem am Wochenende, seltene Abfahrtszeiten beachten.)
Im Ganzen muss ich sagen, dass es sich um einen tollen Aufstieg zur Benediktenwand handelt, aber leider um einen recht langweiligen Rückweg. Ich würde diesen Aufstieg immer dem Weg von Arzbach oder über das Brauneck vorziehen. (Den Weg aus der Jachenau und dem Johannistal kenne ich noch nicht, dieser soll aber auch sehr lohnenswert sein.)



