Puh, haben wir ein Glück gehabt…. im Moment scheint es so, als ob wir die letzten zwei schönen Tage für dieses Jahr für diese Traumtour nutzen konnten. Wir sind am letzten Donnerstag nachmittag zum Watzmannhaus aufgestiegen (Start war der Parkplatz an der Wimbachbrücke, Dauer 2,5 Stunden). Haben auf dem Watzmannhaus übernachtet und sind am Freitag morgen um 7 Uhr los, um die Überschreitung in Angriff zu nehmen. Es war eine fürchterliche Nacht, wir haben kaum geschlafen, trotz Ohropax war das Schnarchen unserer Mitbewohner nicht zu ertragen. Dementsprechend unfit waren wir an diesem Morgen und dann dieses Wetter: es war abzusehen, daß es irgendwann im Laufe des Tages regnen wird. Wir sind trotzdem losgegegangen… und haben erstmal den Aufstieg zum Hocheck in Angriff genommen. Natürlich ist der Berg, den man vom Watzmannhaus sehen kann noch nicht das Hocheck. Der Aufstieg zieht und zieht sich, aber nach rund 1,5 Stunden haben wir die beiden Gipfelkreuze erreicht. Bis zur Mittelspitze brauchen wir dann nur eine halbe Stunde… allerdings müssen wir dafür einen Grad überqueren…huiuiuiui…der war unangenehm und für mich die schlimmste Stelle der ganzen Tour. Nach diesem Grat ist das Mitteleck schnell erreicht und nun müssen wir uns neu entscheiden, gehen wir weiter oder kehren wir um. Das Wetter hält sich, es geht kein Wind und so bewegen sich die Wolken nicht…. also gehen wir weiter. Nach weiteren zwei Stunden , heftigem Klettern und diversen ziemlich ausgesetzten Stellen erreichen wir die Südspitze. Auf dem Weg hat man immer wieder tolle Ausblicke auf den Königssee, St. Bartholomä, das Steinernen Meer und das Wimbachtal. Nach insgesamt 4 Stunden haben wir also die Überschreitung geschafft und nun liegt „nur“ noch der Abstieg vor uns. Und das gute ist, es regnet immer noch nicht. Bei nassem Wetter ist diese Tour nun wirklich nicht zu empfehlen, dafür ist der Weg zu ausgesetzt und nicht immer gesichert.
Der Abstieg ist ähnlich mühsam, wie der Aufstieg zum Hocheck, man meint immer man hätte das Schlimmste hinter sich und dann geht die Kraxelei von Neuem los. Mühsam! Wir brauchen gute drei Stunden bis wir endlich und tatsächlich im Wimbachtal ankommen. Vorher haben wir einige Geröllfelder überquert, sind durch rutschige ausgewaschene Flusstäler geklettert, haben uns an schweren Ketten abgeseilt und sind sonst wie geklettert und gekraxelt. Der Abstieg ist nicht mehr richtig schwer, aber lang und anstrengend. Im Wimbachtal angekommen dauert es immer noch eine ganze Weile bis wir endlich die Wimbachgrieshütte erreichen. Nach einer kleinen Stärkung geht es aber recht schnell weiter, denn jetzt ist es sicher… es fängt bald an zu regnen. Im Stechschritt bewältigen wir also die letzte Stunde Weg und schaffen es fast trocken bis zum Auto…..fast trocken…
Insgesamt haben wir für die Überschreitung genau 10 Stunden inklusive aller Pausen gebraucht. Und im Nachhinein muss ich zugeben, daß ich schon lange nicht mehr so einen Muskelkater gehabt habe. Diese Tour war verdammt anstrengend und ich glaube die anspruchvollste, die ich bis jetzt gemacht habe. Denn ihr dürft nich vergessen, mein Hobby ist eigentlich das Wandern…und das fand bei dieser Tour eher weniger statt…








